Der diesjährige Ausflug meiner Kirchengemeinde war eine feuchte Angelegenheit. Den ganzen Tag schüttete es wie aus Eimern. Trotzdem genossen wir das interessante Programm. Es begann mit einem Gottesdienst im ökumenischen Gebetsraum - einem Holzhaus, das im Inneren keineswegs wie das Provisorium wirkt, das es ist. Anschließend besuchten wir das Kesselhaus am Sandtorkai. Seit 2000 dokumentiert das hier untergebrachte Infocenter das Geschehen in der HafenCity: Jeder Schritt der Planungen und Diskussionen wird hier vorgezeichnet und der Stand der Entwicklungen dokumentiert. Uns wurde alles von einer Architektin erläutert. Es ist spannend, wir hier ein ganz neues Quartier, in dem einmal 15.000 Menschen wohnen und 45.000 Menschen arbeiten sollen, entsteht. Eines der Projekte ist das Ökumenische Forum »Brücke«, das 2012 an der Shanghaiallee eröffnen soll. Insgesamt 18 christliche Kirchen tragen dieses deutschlandweit einzigartige Gemeinschaftsprojekt. Das öffentlich zugängliche Erdgeschoss des Forums dient als Begegnungsstätte, eine Kapelle bietet einen stillen Rückzugsort im sonst so quirligen Quartier. Außerdem zieht der Laurentiuskonvent ins Gebäude ein: Die Mitglieder dieser ökumenisch-geistlichen Gemeinschaft leben hier in Wohn- oder Hausgemeinschaften zusammen.
Wenn ich ein paar Jahrzehnte jünger wäre, würde es mich bestimmt reizen, in der Hafencity zu leben. Aber einen alten Baum wie mich, verpflanzt man nicht mehr.
Wenn man schon im Hafen ist, darf eine Hafenrundfahrt nicht fehlen. Unsere Barkasse hieß Diplomat und war so edel wie der Name. Vor allem war sie überdacht! Der Barkassenführer unterhielt uns mit Informationen und lustigen Geschichten, während wir an den riesigen Pötten - unter anderem der MS Deutschland und der MS Europa - vorbeifuhren und uns Frikadellen mit Kartoffelsalat schmecken ließen.
Den Nachmittagskaffee gab es im Kirchenkaffee der Flussschifferkirche, das vom »Rauhen Haus« in Hamburg betrieben wird und Menschen mit Handicap eine Beschäftigung bietet. Der Abschlussgottesdienst wurde dann, passend zum Tagesprogramm in Plattdeutsch gehalten.