Man sollte nie aufhören zu lernen und an sich selbst zu arbeiten. Selbst, wenn man das achtzigste Lebensjahr hinter sich gelassen hat. Eine meiner Schwächen, so wird mir hin und wieder von Freunden gesagt, sei meine Ungeduld. Das ist sicher richtig, auch wenn ich sie oft eher für Tatendrang und eine Stärke halte. Trotzdem nehme ich mir vor, im Umgang mit Menschen geduldiger zu sein. Meine Freundinnen und Bekannten zum Beispiel sind recht nachlässig mit dem Telefonieren. Wenn ich neugierig und erwartungsvoll auf einen Anruf warte, lassen sie sich damit Zeit. Oft genug rief ich dann wieder an und schalt sie innerlich, dass sie anscheinend nicht so sehr an einem Gespräch mit mir interessiert seien wie ich an einer Unterhaltung mit ihnen. Dabei hätte ich vielleicht nur warten, den anderen ein bisschen mehr Zeit geben müssen. Ich habe es ausprobiert und es hat funktioniert. Zwar wurde meine Geduld auf eine gehörige Probe gestellt, aber zwei Freundinnen riefen mich in dieser Woche an. Aus freien Stücken und ohne, dass ich sie dazu ermahnt hätte. Einfach, weil sie sich mit mir unterhalten wollten. Das ist ein gutes Gefühl.